Bundespräsidenten-Wahl: Gauck ist überparteilicher Kandidat

Bundespolitik

SPD und Grüne schlagen den Bürgerrechtler Joachim Gauck für das Amt des Bundespräsidenten vor. Mit dem überparteilichen Vorschlag soll das höchste Staatsamt "von innerparteilichen Machtkämpfen befreit werden", begründete der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel.

Am Freitag stellte die Partei- und Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen, Sigmar Gabriel, Frank-Walter Steinmeier, Cem Özdemir und Jürgen Trittin in Berlin den gemeinsamen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten vor.

Der Rostocker Pfarrer und DDR-Bürgerrechtler Joachim Gauck war nach der Wiedervereinigung erster Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, die er bis 2000 leitete. Mit seiner Kandidatur trete er aus der Mitte der Bevölkerung hervor, und sieht sich dabei unterstützt von jenen, "die sich um unsere Demokratie sorgen", sagte Gauck. "Ich will ein Ermutiger sein", beschrieb der Bürgerrechtler seinen Anspruch an das Amt des Bundespräsidenten.

Ein ganzes Leben oder eine politische Laufbahn

Der SPD-Vorsitzende verwies auf den Unterschied zu Schwarz-Gelb, die mit der Nominierung des niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff keinen überparteilichen Kandidaten stellten. "Gauck bringt ein Leben mit in seine Kandidatur", sagte Gabriel, Wulff hingegen bringe lediglich "eine politische Laufbahn" mit.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier ist darum zuversichtlich, auch von Vertretern anderer Parteien Unterstützung für Gauck zu erhalten. Dem ein oder anderen in der Bundesversammlung werde zu denken geben, "ob man hier wirklich in kleinkarierter parteipolitischer Ordnung entscheiden darf".

"Das Amt des Bundespräsidenten sollte von innerparteilichen Machtkämpfen befreit werden", bekräftigte auch Gabriel.

 
 

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